CDU-Fraktion Mittelhessen fordert direkte Zugverbindung zum Flughafen

In einem Scheiben an den Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Prof. Kurt Ringat fordert die CDU-Fraktion der mittelhessischen Regionalversammlung eine Prüfung einer direkten Zugverbindung zum Flughafen Frankfurt/ Rhein-Main.

Nach Mitteilung des Vorsitzenden des Haupt- und Planungsausschusses Werner Waßmuth (Marburg-Biedenkopf) ist zwar die reine Reisezeit zum Airport konkurrenzlos schnell, dennoch würde der Zug von den Menschen aus den Landkreisen Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill, Gießen und Vogelsberg vollkommen unzureichend wahrgenommen. Dies liege nach seiner Auffassung an fehlenden durchgehenden Verbindungen. Durch das erforderliche Umsteigen würden Fahzeitvorteile zunichte gemacht. Dies gelte besonders für den Umstieg am Frankfurter Hauptbahnhof von der Bahnhofshalle zum Tiefbahnhof.

Nach Auffassung des Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Martin Richard, haben dadurch nicht nur Urlaubs- und Freizeitreisende Nachteile, sondern auch Geschäftsreisende. Dies sei auch ein Standortnachteil für diese Teile der Region.

Edgar Luh (Lahn-Dill) erwähnt die Nachteile bei den Fahrzeiten im Vergleich zu anderen Regionen. So betrage die Reisedauer vom Baden-Württembergischen Karlsruhe für 130 km lediglich eine Stunde, vom gleich weit entfernten mittelhessischen Dillenburg aber 1 Stunde 30 Minuten.

Aus diesem Grunde,aber auch zur Stärkung großer Teile der Wirtschaftsregion Mittelhessen schlägt die CDU-Fraktion dem RMV daher eine Direktverbindung vor. Dazu wäre es sinnvoll den sog. „Mittelhessenexpress“ zum Flughafen zu verlängern, erklärte der stv. Fraktionsvorsitzende Dr. Hans Heuser (Vogelsbergkreis). Da dieser die Flügelzüge aus Siegen/ Dillenburg, sowie aus Treysa/ Stadtallendorf in Gießen zusammen führe, könnte mit einer Maßnahme die Anbindung der gesamten Region verbessert werden. Er regt außerdem an, die Standzeit dieser Züge im Frankfurter Hauptbahnhof zu einer zusätzlichen Verbindung nach Frankfurt-Fernbahnhof (Airport) zu nutzen. Dies erfordere nur kleinere Umgestaltungen im Fahrplan und bei der innerbetrieblichen Organisation. Man könne dieses Modell ja zunächst mit drei Zugpaaren testen, um die Resonanz zu erfahren.

Der Kirtorfer Bürgermeister Ulrich Künz, zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) ist der festen Überzeugung, dass mit einer Umsetzung dieser Überlegungen zahlreiche Menschen von der Straße auf den Zug umsteigen und dadurch einen wesentlichen Beitrag für die Umwelt leisten würden.

Die CDU-Fraktion der Regionalversammlung Mittelhessen bei der Besichtigung im Bereich des Steinbruchs Leun mit Hermann Hofmann und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (zweite Reihe von links), sowie Projektleiter Mosche Lückof (erste Reihe links).

CDU-Fraktion informiert sich vor Ort

Zur Energiewende gehört nicht nur die Erzeugung von grünem Strom, sondern auch dessen Speicherung. Daher plant die Hermann Hofmann-Gruppe (Solms) ein Pumpspeicherwerk in Leun.

Bevor das Regierungspräsidium und auch die Regionalversammlung über die dazu vorgelegten Genehmigungsunterlagen entscheiden können, hat sich die CDU-Fraktion der Regionalversammlung vor Ort über die angestrebten Maßnahmen informiert.

Dabei erläuterten Firmengründer Hermann Hofmann und Michael Koch aus der Geschäftsleitung, dass dieses Pumpspeicherwerk mit einer Leistung von 40 MW für etwa vier Stunden am Tag elektrische Energie ins Netz einspeisen solle. Sie verwiesen mit Projektleiter Mosche Lückhof auf die günstigen Verhältnisse am Steinbruch Leun I. Dabei soll das bereits bestehende Gewässer dieses Steinbruchs als Unterbecken mit einem ausgebauten Volumen von 488.000 cbm genutzt werden. Das ebenfalls benötigte Oberbecken ist nahe dem Naturdenkmal Leuner Burg geplant und soll 408.000 cbm fassen. Der Höhenunterschied zwischen beiden Becken beträgt 180 m. Beide sollen durch eine Druckrohrleitung miteinander verbunden werden. Das Herz der Energiespeicheranlage bildet das Krafthaus, in dem sich alle elektrischen und hydraulischen Anlagen befinden. Als Pumpen, sowie als Turbinen, sollen zwei Francis-Pumpturbinen mit einer Leistung von je 20 MW dienen.
Durch überschüssigen Strom aus dem öffentlichen Netz können die Pumpen die max. Pendelwassermenge von 392.115 cbm ins Oberbecken befördern. Wird Strom benötigt, strömt das Wasser zurück in das Unterbecken und treibt die Turbinen an.

Sowohl Fraktionsvorsitzender Martin Richard als auch der ebenfalls anwesende Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich begrüßten die Initiative und den damit verbundenen unternehmerischen Mut der Herhof-Gruppe, die bereits zahlreiche Windenergieprojekte im mittelhessischen Raum umgesetzt hat. Die Speicherung von Energie sei ein wichtiger Beitrag zur Energiewende, erklärte Richard. Nachdem es direkte Möglichkeiten zur Speicherung von Strom bisher nur in begrenztem Umfang gebe, sei die Rückhaltung und damit Speicherung von Wasser eine ausgezeichnte Alternative. Bei gering vorhandenen Strommengen könne das Pumpspeicherwerk Energie liefern, bei Überkapazitäten zurück halten und damit Schwankungen ausgleichen helfen.

Fraktionsmitglied Edgar Luh (Lahn-Dill) bewertete es positiv, dass der naturschutzrechtliche Ausgleich vor Ort geschaffen werden könne. Eberhard Horne sieht es als Vorteil an, dass bereits vorhandene Abbauflächen für dieses Vorhaben genutzt werden können.

Die CDU-Fraktion begrüßt das fortschrittliche Konzept und sagte zu, den Genehmigungsprozess positiv zu begleiten.

 

Die CDU-Fraktion der Regionalversammlung Mittelhessen bei der Besichtigung im Bereich des Steinbruchs Leun mit Hermann Hofmann und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (zweite Reihe von links), sowie Projektleiter Mosche Lückof (erste Reihe links).

 

Das bestehende Gewässer des Steinbruchs soll als Unterbecken genutzt werden.